DIE IDENTITÄT DER THEATERPÄDAGOGEN_INNEN

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„Das ICH der Theaterpädagogen_innen – Wer bin ich eigentlich?“   Round Table der Theaterpädagogik im Ernst Deutsch Theater

Es ist schon fast eine Tradition: Am Eröffnungsabend des Plattformfestivals im Ernst Deutsch Theater treffen sich freie und feste Theaterpädagoen_innen, um wichtige Themen aus den unterschiedlichen Arbeitszusammenhängen zu diskutieren.

In diesem Jahr hatte die TUSCH-Programmleitung gemeinsam mit Veronika Schopka vom Ernst Deutsch Theater die Theaterpädagogen_innen der TUSCH-Partnerschaften zum Round Table eingeladen.

Das zentrale Diskussionsthema drehte sich um die Frage nach einem definierten theaterpädagogischen „Ich“: Wer bin ich eigentlich?

Die Profile der verschiedenen Theater sind unterschiedlich, die Anforderungen an die  beschäftigten Theaterpädagogen_innen aber durchaus ähnlich. Auch die Fragen an die Umsetzung der theaterpädagogischen Arbeit ähneln sich:

Wie sieht eine optimale vermittelnde künstlerische Arbeit aus?

An wen richtet sich eigentlich das theaterpädagogische Angebot?

Wie viel Gestaltungsfreiraum gibt es und welche Freiräume benötigt man als Theaterpädagogen_in? Wer schränkt das Aktionsfeld ein?

Der Spielraum der Theaterpädagogen_innen wird von den Intendanten mit sehr unterschiedlichen Möglichkeiten der Gestaltungsfreiheit ausgestattet. Für viele Theaterpädagogen_innen ist es ein Spagat zwischen der eigenen künstlerischen Identität und dem Bedienen der „Zuschauerbeschaffungsmaschine“, d.h. als Theaterpädagoge_in ist es nicht einfach, die vom Haus gewünschten Serviceleistungen mit dem eigenen künstlerischen Tun zu kombinieren und eine befriedigende Ausgewogenheit herzustellen. Theaterpädagoge_in zu sein bedeutet, vor allem in den großen Häusern, eher Aufgaben des Projektmanagements, der Koordination /Organisation, aber auch des Marketings zu übernehmen.

Es wurde festgestellt, dass es selbst in TUSCH-Projekten schwierig sei, die eigene aktive Beteiligung umzusetzen, dabei waren sich alle einig, dass sich Vermittlungs- und Organisationstätigkeiten möglichst die Waage halten sollten. Im Alltag habe man ja ständig mit Rollenwechseln zu tun und sei schon per Berufsdefinition ständig auf dem Weg von einem Betätigungsfeld zu einem anderen, zu einem neuen.

Der Vorteil der Arbeit in kleineren Theatern liegt ganz offensichtlich darin, dass sich die Gewerke leichter mischen und Spielentwicklung, Workshops und Schulprojekte gemeinsam entwickelt und oft auch gemeinsam umgesetzt werden. Kurze Kommunikationswege und flache Hierarchien helfen oft dabei.

In jedem Fall freuen sich alle Theaterpädagogen_innen über die würdigende Wahrnehmung und Anerkennung ihrer Arbeit.

Ein weiteres Thema des Round Table Gespräches waren die TUSCH-Kooperationen, ihre Freiheiten und Grenzen, die Frage danach, was man alles gemeinsam schaffen kann? Zentral sind für eine gut funktionierende Partnerschaft die Kooperationsgespräche zu Beginn, eine Anbahnungsphase mit dem Kollegium zum Kennenlernen und eine gemeinsame Planungsphase vorab, um gemeinsame Visionen und Zielsetzungen zu formulieren. Die Erfahrung zeigt, dass dies als Grundlage für das Vertrauen in die gemeinsame kreative Arbeit dringend notwendig ist.

Im Laufe der TUSCH Zusammenarbeit könnten sich die Theaterpädagogen_innen auch noch mehr Unterrichtsbesuche und Ganztagesprojekte vorstellen.

Gemeinsame „Rituale“ könnten helfen, die Partnerschaft zu strukturieren und zu intensivieren. Eine regelmäßige Auswertung der gemeinsamen Arbeit wurde auch angeregt.

Im Herbst soll der Theaterpädagogen_innen-Austausch fortgesetzt werden – Wünsche und Kommentare können z.B. hier gerne gegeben werden.

 

Foto: Fabian Hammerl

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