VALENTIN GESTÖRT

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Grundschule Forsmannstraße und DeutschesSchauspielHaus

Ganz schön mutig, was die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Forsmannstraße sich da ausgedacht hatten. >Ob man nicht eine echte Theater-Probe stören, und die Schauspieler einfach mit ganz vielen Kindern auf der Bühne überraschen könnte<, haben sich die jungen Helden dieses Flash-Mobs wohl gefragt, als sie überlegten, wie die TUSCH-Partnerschaft ihrer Schule mit dem Deutschen Schauspielhaus bei ganz vielen im Theater bekannt gemacht werden könnte.

Und so haben sich die Kinder genau die richtige Probe ausgesucht: „Valentin“ (Uraufführung am 28.05.2017). Herbert Fritsch, der Regisseur und sein Ensemble waren komplett ahnungslos und staunten nicht schlecht, als plötzlich, mitten in eine ziemlich anstrengende Probenphase hinein fünfundachtzig Kinder auf die Bühne des Schauspielhauses platzten und diese ganz schön klein aussehen ließen. Eine willkommene Abwechselung für die Schauspieler/innen und erst Karl Valentin! Wie hätte der sich über diese Störung gefreut – möglicherweise aber auch noch den einen oder anderen Feuerwerkskörper gezündet. Auch das Lied von der dunklen Nacht, in der der Mond hell schien und ein blondgelockter Jüngling mit kohlrabenschwarzem Haar, langsam blitzeschnelle um die gerade Kurve fuhr, hätte ihm, den Wortwitz- und Nonsens-Liebhaber, das Dichterherz erfreut.

Draußen, vor dem Eingang zwischen Bahnhofsverkehr und Mittagspassanten, hatten sich die Grundschüler/innen schon mal lautstark warm- und mutiggesungen und dann im Foyer daran erinnert, dass die Überraschung, die sie vorhaben, nur etwas wird, wenn wirklich alle absolut leise den Weg auf die Bühne „schleichen“. „Passt auf, dass ihr nicht stolpert. Auf der Bühne sind die Kulissen schon aufgebaut und an einer Stelle müsst ihr einen großen Schritt machen.“, und die 85, voller Spannung auf Marie Petzold, gerichteten Augenpaare, machten klar, dass sie auf keinen Fall stolpern würden.

Die Überraschung ist gelungen!

Foto: Michael Müller

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